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Bürgerinitiative »für den Erhalt der Loreley-Kliniken« zur Schließung

Im Jahr 1300 startete der Bau des Hl.-Geist-Hospitals vor der heutigen Mutter-Rosa-Kapelle. Oberweseler Bürger stifteten es damals zur medizinischen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. 720 Jahre später schließt das Krankenhaus und schickt etwa 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Straße. Dass die medizinische Versorgung der Bürger kostspielig ist, war im Laufe der Jahre immer wieder ein Streitpunkt, zuletzt gab es Demonstrationen in den 80er Jahren zum Erhalt des Krankenhauses. Bisher konnte sich das Wohl der Bürger durchsetzen – jetzt ist das leider nicht so. Diese Schließung kam nicht überraschend, sondern in kleinen Schritten und mit Ansage. Wichtige Positionen wurden bewusst nicht nachbesetzt, später ganze Abteilungen geschlossen, nur um kurz darauf die Funktionsfähigkeit der Klinik insgesamt in Frage stellen zu können. Dieser Plan hatte längst nicht mehr die Versorgung der Bürger im Blick. 

Wir konnten die Turbo-Schließung nicht verhindern, sondern nur aufhalten

Heute wissen wir: Die starken Demonstrationen in Oberwesel konnten die Turbo-Schließung nicht verhindern – sondern leider nur verzögern. Die Pläne zur Schließung waren längst gemacht und zeitlich geschickt gesetzt. Die Bürgerinitiative für den Erhalt der Loreley-Kliniken möchte sich sehr herzlich für den Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik nicht nur in der letzten Zeit der Erhaltungskämpfe bedanken sondern dafür, dass sie über viele Jahrzehnte St. Goar und Oberwesel zu einem medizinischen Standort mit einem guten Namen gemacht haben. Nicht nur bei den Demonstrationen haben sie die Schließung permanent vor Augen gehabt, sondern in jeder Minute des letzten Jahres. Das ist sehr belastend und kräftezehrend. Wir wünschen allen, die jetzt eine neue Arbeit suchen müssen, das Glück, eine passende und erreichbare neue Anstellung zu finden und in den neuen Teams die familiäre Heimat wieder zu finden, die hier zerstört wurde. Wir als Bürgerinitiative hätten an dieser Stelle gerne andere Tatsachen begrüßt und bedanken uns bei den Ärztinnen und Ärzten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die offenen Einblicke und gute Kooperation. Wir wünschen euch von Herzen alles Gute für eure Zukunft.

 

Wir wollen eine Lösung für die Loreley-Kliniken!

Die Krise der Loreley-Kliniken hat eine hochemotionale Debatte in Medien und digitalen Netzwerken ausgelöst. Politiker aller Parteien werfen sich gegenseitig Versagen vor, wollen Fehler der Vergangenheit nachweisen und unterstellen dem jeweils anderen Lager Populismus.

Damit muss jetzt Schluss sein.

Bei allem Respekt vor notwendigen Meinungsverschiedenheiten und politischem Diskurs: Die Zeit der offenen Briefe und des politischen Schaulaufens ist vorbei.

Wir wollen eine Lösung für die Loreley-Kliniken, ehe es zu spät ist. Darum erwarten wir von den Entscheidungsträgern aller demokratischen Parteien, dass sie sich schnellstmöglich verständigen und ein gemeinsames Konzept für die Krankenhäuser in St. Goar und Oberwesel auf den Weg bringen. Ohne Schuldzuweisungen, ohne Vorurteile, ohne Scheuklappen, ohne Denkverbote. Es kann nicht so schwer sein. Es gibt keinen unüberwindbaren Konflikt.

Sie und wir alle wollen dasselbe: Die Kliniken, ihre Arbeitsplätze und die damit verbundene Wirtschaftskraft erhalten. Alles das wird die Region in nächster Zeit bitter nötig haben.

Wir fordern von allen verantwortlichen Amts- und Mandatsträgern auf kommunaler, Kreis- und Landesebene:

  1. Verhindern Sie die schnelle Schließung. Am kommenden Donnerstag will die Marienhaus GmbH offenbar mit ihrer Mehrheit erzwingen, die Krankenhäuser stillzulegen. Verhindern Sie bitte, dass ein privates Wirtschaftsunternehmen aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen vollendete Tatsachen für eine Region schafft. Nutzen Sie notfalls alle Möglichkeiten, die der Gesellschaftsvertrag Ihnen bietet.
  2. Sorgen Sie für Transparenz. Die Loreley-Kliniken sind keine Filiale der Marienhaus GmbH. Sie gehören seit jeher zu einem beträchtlichen Teil den Kommunen und damit den Bürgern. Jeder Oberweseler, jeder St. Goarer, jeder Einwohner der Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein ist Miteigentümer und hat darum ein Recht auf Information und Teilhabe.
  3. Verschaffen Sie sich einen genauen Überblick und hinterfragen Sie. Die Marienhaus GmbH argumentiert mit Insolvenzgefahr und verunsichert dadurch Mitarbeiter und Patienten. Lassen Sie sich nicht von einem Unternehmen täuschen, dass offenbar ein strategisches Interesse an der Schließung der Kliniken hat. Prüfen Sie die Zahlen, bestehen Sie auf einer Inventur und klären Sie, ob alle Vermögensgegenstände der Krankenhäuser noch ordnungsgemäß an ihrem Platz sind. Denken Sie bitte an mögliche Regressansprüche, falls Insolvenz-Gerüchte verbreitet werden oder Klinik-Inventar fehlt.
  4. Denken Sie an die Folgen. Mit den Loreley-Kliniken würden nicht nur inmitten der Corona-Krise 2 Krankenhäuser verschwinden, während anderswo Feldlazarette improvisiert werden. Es wäre auch das Aus für Hunderte von Arbeitsplätzen im Rheintal, ein weiterer Schlag für lokale Gewerbetreibende und ein dramatischer Verlust an Kaufkraft. Darum kann es jetzt nicht um Krankenhausökonomie auf dem Stand von 2019 gehen. Die Kliniken sind für die zukünftige Regionalentwicklung systemrelevant. Sie zu sichern, ist keine privatwirtschaftliche, sondern eine politische Entscheidung. Es ist Ihre Entscheidung.
  5. Sagen Sie nicht, Sie seien nicht zuständig. Selbst wenn Sie gerade nichts entscheiden müssen, weil Sie vielleicht einem anderen Gremium anhören: Sie können etwas für die Loreley-Kliniken tun. Fragen Sie nicht, wer zuständig ist. Fragen Sie, wie Sie selbst konkret helfen können. Zeigen Sie Solidarität, geben Sie Ihr Wissen weiter, nutzen Sie Ihre Kontakte und stärken Sie denen den Rücken, die jetzt handeln müssen.
  6. Denken Sie neu, gestalten Sie und ziehen Sie es durch. Momentan schieben sich Bund, Land, Kreis und Kommunen sich die Verantwortung gegenseitig zu. Das ergibt keinen Sinn. Unterschiedliche politische Ebenen sind keine hermetisch abgeschlossenen Systeme, sondern finanzieren sich gegenseitig durch Steueranteile, Umlagen und Zuschüsse. Darum muss es auch jetzt möglich sein, ein gemeinsames Modell zu entwickeln. Kooperationen mit anderen Kliniken z.B. beim Einkauf sind nur eine Option. Niemand erwartet eine dauerhafte Kommunalisierung oder Verstaatlichung. Geben Sie den Loreley-Kliniken und den mit ihnen verbundenen Menschen einfach nur Zeit, die Corona-Krise und die absehbare Neugestaltung des Gesundheitswesens durchzustehen. Dazu braucht es Geld, aber vor allem braucht es Sie.

Darum bitten wir Sie: Reden Sie miteinander. Führen Sie mehr Gespräche und weniger Interviews. Zeigen Sie, was am Mittelrhein möglich ist. Und bedenken Sie bitte, was auf dem Spiel steht: Gesundheit, Arbeit, Wirtschaft und sehr viel Vertrauen in Politik und Verwaltung. Wir brauchen alles davon.

Dieser Aufruf ist parallel auf Mittelrheingold veröffentlicht worden.

Suppe füllt Spendentöpfe!

Leere Töpfe, strahlende Köche und Helfer! Karin Bücker, Tanja Paschek, Lena Höver (Stadtmanagerin von Oberwesel), Christian Büning, Mischa Tauss und Tim Klehr sind sehr zufrieden mit dem Spendenappetit der Oberweseler.

Der Historische Weihnachtsmarkt von Oberwesel ist die richtige Umgebung für die Suppenküche, dachte sich Tanja Paschek aus Oberwesel und organisierte eine bunt zusammengestellte Truppe von Köchen und Köchinnen, die insgesamt mehr als 200 Liter Suppe und Eintöpfe kochten und spendeten.

Karin Bücker und wackere Frauen vom Café Global ließen sich nicht lange bitten und griffen beherzt zur Suppenkelle. Die Speisen wurden gegen Spende verteilt und begeistert gegessen. Dementsprechend gut gefüllt war dann auch die Spendenbox und hatte am Abend des zweiten Tages rund 1.200 Euro geladen.

Im Angebot waren deftige Eintöpfe wie der Steeger Feuertopf oder eine syrische Linsensuppe aber auch erfrischendes wie eine Karotten-Ingwer-Suppe mit Mango und Kokos. Von vegan bis Fleischwurst war für jeden was dabei und fast alle Töpfe waren am Ende leer.

»Bei den Temperaturen schmeckt offenbar nicht nur der Glühwein, sondern auch eine schöne heiße Suppe!« freut sich Tanja Paschek: »Wir freuen uns, dass wir einen Beitrag für den Erhalt der Kliniken beisteuern können.«

Der Erlös kommt auf ein separates Konto beim Förderverein der Loreley-Klinik und dient ausschließlich dem Erhalt der Kliniken. Der Förderverein hatte bereits zugesichert, dass alle Spenden ausschließlich nach ihrem Zweck verwendet werden. Der Suppenstand wurde von der Stadtmanagerin Lena Höver sowie vom Oberweseler Gewerbeverein unterstützt.